Yoga für innere Balance

Wir leben eine chaotische Zeit; wir laufen ununterbrochen hin und her und wünschen uns trotzdem ausgeglichen und in Balance zu bleiben. Doch das klappt so natürlich nicht und dann fühlen wir uns unzufrieden. Stress entsteht.

Yoga ist kein Wundermittel , das uns völlig von Stress befreit, aber es schenkt unserem Leben Gleichgewicht, beruhigt den rastlosen Geist und hilft uns den Durchblick zu bewahren.

Regelmässige Yoga-Übungen helfen, der Hektik des Alltags gelassen und standhaft entgegenzutreten.B.K.S. Iyengar

Dabei gibt es einige Übungen, die sogenannten Balance-Haltungen, die uns dabei helfen, nicht nur körperliche Stärke aufzubauen sondern vor allem innere Stabilität zu erreichen. Schön an diesen Positionen ist, dass wir spielerisch das Gleichgewicht verlieren und dadurch lernen können, mit dieser Situation auch im alltäglichen Leben umzugehen.

Balance-Haltungen sind ein sehr guter Radar um deinen Alltag zu beschreiben. Es gibt Tage, in denen der Stress so überwältigend ist, dass du auch als fortgeschrittener Yogi schwer in die Balance gehen kannst. Vor allem, weil du deinen Gedankenwirbel zur Ruhe bringen musst um dich fokussieren zu können. Und das klappt nicht immer!

Wirkungen von Balance-Haltungen

  • verbessern den Gleichgewichtssinn, fördern Balance und Konzentration
  • die Muskulatur deiner Körpermitte wird aktiviert – diese ist enorm wichtig um das Gleichgewicht zu bewahren
  • stehende Balance-Haltungen fördern die aufrechte Körperhaltung, indem sie das Gleichgewicht auf die ganze Fußsohle verteilen
  • durch wiederholtes Üben wird die Entschlusskraft und die Konzentrationsfähigkeit gestärkt
  • Balance-Haltungen helfen dir Grenzen zu erkennen und emotional zu überbrücken

Die wichtigsten Balance-Haltungen

1. Der Baum – Vrksasana

So gehts:

Komm zum Stehen, verlagere das Gewicht auf ein Bein, und hebe das andere Bein an. Bring den Fuß an die Innenseite deines Standbeins, so dass du stabil auf einem Bein stehen kannst – unten am Knöchel mit deinen Zehen am Boden, an der Wade oder auch ganz oben am Oberschenkel.

Sobald du stabil bist, kannst du die Arme kraftvoll nach oben Richtung Himmel strecken.

Denk immer daran so fest wie ein Baum zu stehen und halte deinen Blick fokussiert auf einen Punkt um die Balance zu halten. Bleibe für mindestens 5 Atemzüge in der Pose.

2. Krieger III – Virabhadrasana III

So gehts:

Ausgangsposition ist die Berghaltung (Tadasana). Setze die Hände in die Hüfte und verlagere dein Gewicht auf ein Bein. Achte dabei, dass dein Gewicht auf die ganze Fußsohle verteilt ist und dein Standbein leicht gebeugt ist.

Aktiviere nun deine Bauchmuskeln und suche dir einen Fokuspunkt. Atme ein, beuge dich vom Oberkörper aus nach vorne und bringe gleichzeitig das andere Bein nach oben bis dein ganzer Körper eine T- Form bildet und du parallel zum Boden ausgerichtet bist. Strecke nun dein Standbein ganz aus ohne dein Knie zu blockieren.

Deine Arme sind nach vorne ausgestreckt oder bleiben seitlich entlang des Körpers. Bleibe hier für 5 Atemzüge und strecke dich mit jedem Atemzug so weit wie möglich auseinander.

3. Die Krähe – Bakasana

So gehts:

Ausgangsposition ist die Hocke. Von hier aus bring deine gespreizten Handflächen schulterbreit vor dir auf den Boden. Hebe dann dein Gesäß und wandere mit den Füßen bis hinter deinen Handgelenken. Verlagere dein Gewicht nach vorne in die Handflächen. Beuge deine Ellenbogen, komm auf die Zehenspitzen und bring die Knie so gut es geht auf die Oberarme.

Versuche dann ganz langsam erst den einen Fuß zu heben und dann, wenn du dich stabilisiert hast, auch den zweiten. Bringe dann die großen Zehen zusammen und hebe die Fersen Richtung Gesäß.

Sehr wichtig: Der Blick fokussiert ganz weit nach vorne auf den Boden um das Gleichgewicht zu bewahren.

4. Der Halbmond – Ardha Chandrasana

So gehts:

Ausgangsposition ist die Berghaltung ( Tadasana ). Tritt dann mit deinem linken Fuß einen guten Schritt zurück und dreh ihn um 45 Grad, so dass die Fußspitze nach außen zeigt. Setzt beide Hände in die Hüfte und richte dich auf, aktiviere die Beinmuskulatur ohne das stehende Knie zu blockieren.

Atme ein und verlagere dein Gewicht auf den vorderen rechten Fuß. Setze deine rechten Fingerspitzen auf den Boden und hebe langsam das hintere Bein nach oben. Deine linke Hand strecke dabei nach oben aus.

Sobald du dein Gleichgewicht gefunden hast, bringe den Blick zur oberen Hand. Bleibe hier für 5 Atemzüge und versuche mit jeder Einatmung dein oberes Bein noch höher zu ziehen.

5. Der Adler – Garudasana

So gehts:

Komm zum Stehen und verlagere dein Gewicht auf ein Bein. Schwinge das andere Bein dann um dein Standbein. Dazu beuge deine Knie leicht an. Du kannst die Zehenspitzen am Boden abstellen oder den Fuß hinter die Wade klemmen.

Leg nun den Ellenbogen, der dem Standbein entspricht, in die Elle des anderen Armes. Bring dann die Handflächen zusammen. Wenn du die Position stabil halten kannst, gehe noch etwas tiefer in die Hocke.

Bringe die Ellenbogen vor dir auf Schulterhöhe, so dass du eine Dehnung im oberen Rücken und zwischen den Schulterblättern spüren kannst.

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